Amazonas-Delphin

Wissenschaftlicher Name Inia geoffrensis
Deutscher Name Amazonas-Delphin
Taxonomie Klasse: Mammalia
Ordnung: Cetacea
Unterordnung: Odontoceti
Familie: Iniidae
Gattung: Inia
Spezies: geoffrensis

Verhalten Amazonas-Delphine sind langsame Schwimmer und wurden beim Bugwellenreiten vor langsamen Schiffen beobachtet, obwohl sie nur stellenweise zutraulich sind. Am aktivsten sind sie früh morgens und am späten Nachmittag, dann durchpflügen sie die Wasseroberfläche und vollführen kleine Sprünge. Sie bilden kleine Gruppen und nicht selten kommen sie vereinzelt oder mit wenigen Artgenossen gemeinsam vor.
Globale Verbreitung Amazonas-Delphine kommen in zahlreichen großen Flusssystemen Brasiliens, Boliviens, Kolumbiens, Guyanas, Ekuadors, Perus und Venezuelas vor. Vor allem Wasserfälle und Stromschnellen, Kraftwerksstaudämme und Veränderungen des Wasserstands setzen der Ausbreitung und Bewegungsfreiheit der Delphine Grenzen. Regen- und Trockenzeit verursachen alljährlich um bis zu 14 Meter schwankende Pegelstände der Flüsse. Die Migration der Beutefische spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der jahreszeitlichen Verbreitung der Delphine.
Morphologie Amazonas-Delphine sind die größten Flussdelphine. Neugeborene sind zwischen 75 und 89 cm lang und wiegen ca. 75 kg. Ausgewachsene Tiere messen zwischen 1,8 und 2,5 Metern bei einem Gewicht von ca. 85 bis 160 kg. Der Körperbau des Amazonas-Delphins ist recht plump und wird zur Schwanzflosse hin schmaler. Die kugelige Stirn mündet in eine lange, schmale Schnauze, die an Ober- und Unterkiefer Sensor-Borsten trägt, mit denen der Delphin in den trüben Tiefen des Flusses seine Nahrung aufstöbert. In Ober- und Unterkiefer sind jeweils zwischen 46 und 70 Zähnen. Die Brustflossen sind breit und ruderförmig und die Fluke ist breit und dreieckig. Anstelle einer herausragenden Rückenfinne besitzt der Amazonas-Delphin einen niedrigen Kamm und einen Buckel entlang der Wirbelsäule. Die Körperfärbung variiert bei den einzelnen Tieren von Pink, Grau oder Grauweiß oder einer Mischung aus allen drei Farben.
Gefährdung Die größte Gefährdung für den Amazonas-Delphin sind vom Menschen herbeigeführte Veränderungen des Lebensraumes, u. a. Deichbau, sowie das Verfangen und Ertrinken in Fischernetzen. In einigen Gebieten werden die Tiere verehrt, in anderen gelten sie als Konkurrenten der Fischer und werden zuweilen gezielt getötet.
Bestand Für diese Art gibt es keine Bestandszahlen, obgleich man von einem Bestand im Bereich von Zehntausenden ausgeht.

WDCS kofinanziert derzeit ein umfassendes Projekt zur Bestandsschätzung in den großen Flusssystemen der südamerikanischen Andenstaaten. Das Projekt ist das erste seiner Art und hilft bei der Beschaffung wichtiger Informationen über die Populationen.

Schutzmaßahmen CMS Anhang II
IUCN – Gefährdet