Ganges-Delphin

Wissenschaftlicher Name Platanista gangetica
Deutscher Name Ganges-Delphin
Taxonomie Klasse: Mammalia
Ordnung: Cetacea
Unterordnung: Odontoceti
Familie: Platanistidae
Gattung: Platanista
Spezies: gangetica

Verhalten Diese nicht gerade akrobatisch veranlagte Art vermeidet alle Arten von Schiffen. Die normalerweise langsamen Schwimmer sind durchaus zu überraschenden Spurts und sehr wendigen Richtungsänderungen unter Wasser imstande. Sie kommen rasch an die Oberfläche, springen und tauchen ebenso schnell wieder ab, so dass eine Sichtung des Tieres schwierig ist, da man nur noch die spritzende Fontäne gewahr wird, die das Tier beim Untertauchen hinterlässt. Manchmal kann man beobachten, wie sie mit aus dem Wasser ragender Schnauze schwimmen. Oft findet man sie am Zusammenlauf zweier Flüsse und nur flussabwärts vor flachem Wasser. Sie ziehen tieferes Wasser vor, kommen jedoch auch in nur 1 Meter flachem Wasser vor. Ein weiteres typisches Merkmal dieser Delphine ist das Seitenschwimmen, eine Technik, die sie normalerweise in flachem Wasser einsetzen. Sie sind sehr hellhörig und stehen in ständigem akustischen Kontakt – das mag damit zusammenhängen, dass sie praktisch blind sind und nur Schatten wahrnehmen. Die Gruppengröße ist gering und schwankt zwischen 1 und 5 Tieren.
Globale Verbreitung Ganges-Delphine kommen im Flusssystem des Ganges, Meghna und Brahmaputra im westlichen Indien, Nepal, Bhutan und Bangladesh sowie im Karnaphuli-Fluss in Bangladesh vor. Das unterbrochene Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Vorläufern des Himalayas bis zu der Gezeitengrenze. Wenn während der Trockenzeit die Flusspegel sinken, bleiben die Tiere im Hauptstrom der Flüsse, und während des Monsuns dringen sie in Bäche und Zuflüsse vor.
Morphologie Obgleich sie eine eigene Subspezies bilden und geografisch vom Indus-Delphin isoliert sind, sehen sie diesem zum Verwechseln ähnlich und zeigen ein vergleichbares Verhalten.

Ganges-Delphine sind einheitlich graubraun gefärbt. Sie besitzen einen gedrungenen Körper mit leicht gewölbtem Bauch, die Stirn fällt steil zu einer langen, dünnen Schnabelschnauze hin ab, die zum Ende breiter wird. Weibchen haben eine längere Schnauze als Männchen. Ihre Vorderzähne sind sehr lang und äußerst scharf und auch bei geschlossenem Maul sichtbar. Sie besitzen eine große Anzahl von Zähnen, 52 bis 78 im Ober- und 52 bis 70 im Unterkiefer. Ihre Brustflossen sind breit und ruderförmig, und die ebenfalls breite Fluke lädt im Verhältnis zur Körpergröße weit aus. Anstelle einer herausragenden Rückenfinne besitzen sie weit hinten am Rücken einen kleinen, dreieckigen Buckel. Mit dem Indus-Flussdelphin sind sie die einzigen Wale ohne Augenlinse und verlassen sich infolge ihrer Blindheit auf ein raffiniertes Echolot-System.

Gefährdung Aufgrund ihres eng begrenzten Lebensraumes und der Nähe zu menschlichen Siedlungen sind diese Tiere durch zahlreiche Gefahren bedroht. Dazu zählen: Verfangen und Ertrinken in Fischernetzen, industrielle Entwicklung – darunter der Bau von Deichen, Kollision mit Schiffen, chemische Schadstoffbelastung, Lärmbelästigung und durch den Menschen verursachter Verlust und Zerstörung von Lebensräumen. Einige Individuen fallen auch direkter Bejagung zum Opfer, entweder weil sie als Nahrungskonkurrent oder wegen ihres Lebertrans gejagt werden, der als Köder für kommerziellen Fischfang verwendet wird.
Bestand Der ehemals zahlreiche Bestand des Ganges-Delphins hat sich auf 4.000 bis 5.000 Tiere verringert, die in den vier wesentlichen Regionen ihre Verbreitungsgebiets vorkommen. Laut International Whaling Commission (IWC 2000) stützten sich die Bestandsschätzungen allgemein auf Delphinzählungen in relativ kleinen Flussabschnitten ohne sich auf genaue Zahlen festzulegen. Bislang ist keine umfassende Bestandszählung im gesamten Verbreitungsgebiet der Art erfolgt.
Schutzmaßahmen CMS Anhang II
IUCN – Gefährdet