Schwertwal

Wissenschaftlicher Name Orcinus orca
Deutscher Name Schwertwal
Taxonomie Klasse: Mammalia
Ordnung: Cetacea
Unterordnung: Odontoceti
Familie: Delphinidae
Gattung: Orcinus
Spezies: orca

Es gibt weltweit zahlreiche kleine und verschiedene Schwertwal-Populationen. Obwohl die Taxonomie dieser Tiere noch nicht vollständig geklärt ist, scheint der Begriff Tierarten-Komplex zuzutreffen. In dem Maße, in dem die Forschung sich zunehmend auf Schwertwale in Regionen jenseits des nordöstlichen Pazifiks und des nordöstlichen Atlantiks konzentriert, wird der Bestand der einzelnen Populationen möglicherweise klarer und ermöglicht vermutlich die vollständige Erfassung der unterschiedlichen Verhaltensweisen. Die Schwertwal-Population des nordöstlichen Pazifiks wird bspw. in reproduktionsisolierte, genetisch, morphologisch und verhaltensbezogen unterschiedliche Formen unterteilt: Auf die Jagd von Säugetieren spezialisierte , Fischfressende und die kürzlich entdeckten, weniger bekannten Schulen auf offener See

Verhalten Schwertwale entwickeln ein ausgeprägtes Sozialverhalten und bleiben ein Leben lang in matrilinealen geführten Schulen zusammen. Die einzelnen Schulen besitzen ihren eigenen “Dialekt”. Sie sind hochaktiv und akrobatisch und werden häufig beim Springen und beim Ausschauhalten an der Wasseroberfläche beobachtet. Schwertwale haben ein vielfältiges Spielverhalten und sind extrem schnelle Schwimmer. Trotz ihrer englischen Namensgebung „Killer Wal“ gibt es keinen Nachweis für ein derart aggressives Verhalten gegenüber den Menschen.
Globale Verbreitung Aufgrund ihres Vorkommens in sämtlichen Weltmeeren zählen die Schwertwale zu den am meisten verbreiteten Walen, obgleich ihr Verbreitungsgebiet nicht als geschlossen gilt. Man trifft sie häufiger in kälteren Gewässern an, bspw. in Norwegen und Kanada und in der Antarktis, jedoch gibt es auch Populationen in wärmeren tropischen Gewässern, bspw. in Papua Neuguinea und im Mittelmeer. Die bevorzugten Lebensräume reichen von flachen Buchten und Binnenmeeren bis zur tiefen Hochsee über dem Kontinentalschelf.
Morphologie Die unterschiedliche schwarze, weiße und graue Zeichnung macht die Schwertwale zu den weltweit am einfachsten zu identifizierenden Walen. Ihr großer, schwerer und robuster Körper ist meist schwarz gefärbt, Augen, Kinn, Brust und Bauch sind weiß gefleckt. Jeder Schwertwal besitzt einen individuell typischen grauen Sattelfleck hinter der Rückenfinne, und dieses Merkmal dient zur Identifizierung der einzelnen Tiere durch die Forscher. Die Flipper (Brustflossen) sind groß und ruderförmig, während die Fluke (Schwanzflosse) an der Oberseite schwarz und an der Unterseite weiß gefärbt ist. Der Schwertwal ist zweifellos das größte Mitglied der Familie der Delphine, bei der Geburt ist das Kalb 2,1 bis 2,5 Meter lang und rund 180 kg schwer. Ausgewachsene Tiere sind bis zu acht Metern lang und zwischen 2,6 und 9 Tonnen schwer. Es gibt deutlich sichtbare geschlechtsspezifische Unterschiede im Körperbau. Die männlichen Tiere sind erheblich größer und länger als die Weibchen, und ihre außergewöhnlich hohe Rückenfinne kann 1,8 Meter überschreiten. Die Nahrung der Schwertwale wechselt je nach der geografischen Verbreitung und Spezialisierung der einzelnen Schule. So weiß man, dass sich einige Schulen bspw. meistens von Fischen ernähren, während andere Jagd auf andere Meeressäuger machen. Andere wiederum bevorzugen abhängig vom Beuteangebot eine eher gemischte Nahrung.
Gefährdung Die größte Bedrohung geht von der direkten Bejagung durch die Fischereiindustrie aus. Weitere Gefährdungen sind Zerstörung von Lebensräumen, Rückgang des Beuteangebots, chemische Schadstoffbelastung und Lärmbelästigung.