Vortrag von Prof. Thomas White zum Thema ?Personlichkeit bei Delphinen“ findet viel Anklang

Bonn, 25. September. Professor Thomas White von der Loyola Marymount University in Kalifornien, der uber einen langen Zeitraum das Verhalten von Delphinen aus einem philosophisch/ethischen Blickwinkel erforscht hat, hielt in der Akademie fur Internationale Bildung (AIB) in Bonn einen Vortrag.


Zunachst stellte er fest, dass eine Personnicht unbedingt ein Mensch sein muss, und das es, aus philosophischer Sicht,durchaus nicht-menschliche Personen gibt. Dabei ging er von einer Definitiondes Begriffs ?Personlichkeit“ aus, die Merkmale wie das Vorhandensein vonEmotionen, die Fahigkeit, seine Handlungen zu steuern, ein Ich-Bewusstsein undhohere kognitive Fahigkeiten wie Lernen, problemlosendes und vorausschauendesDenken einschliest.
Diese Definition wandte er dann auf dieneuesten Forschungsergebnisse bei Delphinen an.


Benutzt man allgemein bekannte Messverfahrenzur Beurteilung von Intelligenz wie den Enzephalisations-Quotienten(Gehirnmasse im Verhaltnis zu Korpermasse), so liegen die Delphine auf einer Skala anzweiter Stelle hinter den Menschen, weit vor anderen fur ?intelligentes“ Verhaltenbekannten Lebewesen wie den Menschenaffen.


Warum also, fragte Prof. White, haben Menschensolche Leistungen vollbracht wie ?das Rad, New York, Kriege usw., wahrend Delphinenur im Wasser herumtollen und sich eine schone Zeit machen“ (Zitat aus ?PerAnhalter durch die Galaxie“ von Douglas Adams) ?
Die Erklarung hierfr konnten dieunterschiedlichen Lebensraume liefern, in denen Menschen und Delphineevolutionar entstanden sind.
Wahrend den Menschen auf dem Festlandtechnologische Fortschritte wie Gebaude und Werkzeuge Sicherheit brachten,entwickelten die Delphine in ihrem flussigen, sich permanent wandelndenLebensraum (zwangslaufig) mehr soziale Kompetenz, um durch Zusammenhalt und Stabilitatin der Gemeinschaft Sicherheit fur sich und ihre Nachkommen zu gewahrleisten.


Dies fuhrt zum Konzept der artspezifischen Intelligenz: menschlicheIntelligenz ist womoglich nur in der arttypischen Umgebung intelligent, wahrendfremde Formen von Intelligenz besser geeignet sind, das Uberleben unterandersartigen Umweltbedingungen zu sichern.
Folglich kann man die Intelligenz der Delphinevorrangig als sozial und interaktiv ausgerichtet ansehen, wahrend diemenschliche Intelligenz auf Technologie und Werkzeuggebrauch abzielt.


Prof. White griff nun seine fruhere Definitionder ?Personlichkeit“ wieder auf und schlussfolgerte, dass Delphine zahlreicheMerkmale aufweisen, die sie zu Personen machen. Sie haben ein Recht darauf als?Wer“ und nicht als ?Was“ behandelt zu werden.


Diese Erkenntnisse haben, denkt man ihreImplikationen konsequent zu Ende, eine enorme Bedeutung fur Themen wie dasHalten von Delphinen in Gefangenschaft, ihren Einsatz furRehabilitationsmasnahmen und den Fischfang, bei dem zahlreiche Wale undDelphine absichtlich oder ?aus Versehen“ (Beifang) getotet werden.


An den Vortrag schloss sich eine lebhafteDiskussion mit vielen Fragen seitens der Zuhorerschaft an. Auf die Frage, obein Delphin demnachst fur das Prasidentenamt kandidieren wurde, antworteteProf. White schlicht: ?So etwas Dummes wurden die gar nicht machen.“


Weitere Informationen uber Prof. White's neuesBuch ?In Defense of Dolphins - The new Moral Frontier“ finden Sie hier:

www.indefenseofdolphins.com

 





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