Projekt 1: Auswirkungen von Schadstoffen auf die Fortpflanzung kleiner Meeressäuger (Schweinswale und Gemeine Delphine in der Nord- und Ostsee)


Projektskizze


Diese Studie wird den Einfluss von Schadstoffen auf den Fortpflanzungserfolg von Tümmlern und Delphinen untersuchen und die nötigen Daten für Vergleiche und die Planung von Maßnahmen liefern. Dazu werden Einzelexemplare untersucht werden, die an den Küsten Englands und Wales gestrandet sind. Im Zuge des Projektes werden die Fortpflanzungsorgane auf Abnormalitäten untersucht und geprüft, ob diese durch Schadstoffbelastung verursacht wurden.


Reproduktionsprobleme können unterschiedliche Ursachen haben. Darunter sind genetische Defekte, ansteckende Krankheiten, Fehlentwicklungen, Tumorbildung oder Alterungsprozesse, Stress durch Nahrungsmangel oder Umweltschäden und viele andere. Bei Menschen hat sich gezeigt, dass Chemikalien die Anzahl, Qualität und Beweglichkeit von Spermien senken, mögliche Unfruchtbarkeit durch Fortpflanzungsabnormalitäten verursachen und den Haushalt der Sexualhormone verändern können.


Ausgehend von 150 männlichen Schweinswalen werden in dieser Studie die Auswirkungen von Schadstoffen genau untersucht werden.  Eine Analyse der vorhandenen Schadstoffe wird zur Zeit von Robin Law vom UK Centrum für Umwelt, Fischerei und Aquakultur durchgeführt. Die Autopsien wurden von Paul Jepson, Rob Deaville und ihren Kollegen am Zoologischen Institut in London gemacht. Sinead Murphy von der Meeressäuger- Forschungsstelle in St. Andrews analysiert die Ergebnisse bezüglich Fortpflanzung und Alter.


Im Projektverlauf werden zielgerichtete Laboranalysen des gesamten reproduktiven Materials durchgeführt und eine Dokumentation aller Abnormalitäten bei männlichen und weiblichen Delphinen erstellt werden.


Erwartete Ergebnisse


Eine große Anzahl von Studien hat über die letzten Jahre den Beweis geliefert, dass endokrine Disruptoren wie organische Chlorverbindungen in der Umwelt von Meeressäugern vorhanden sind. Ergebnisse der aktuellen Studie werden ergänzende Daten liefern und werden mögliche Auswirkungen solcher Stoffe auf die Reproduktion bei Meeressäugern, baer auch bei Menschen in den Fokus stellen.


Diese Forschung hat wichtige Implikationen für den Schutz der Arten in der ASCOBANS-Region. Wenn die Resultate beweisen, dass Schadstoffe die Reproduktionsrate bei Individuen der beiden untersuchten Arten negativ beeinflussen, hieße das, dass sie durch andere Gefärdungen, wie z.B. Beifang, noch stärker als ohnenhin schon bedroht sind. Eine Erholung der Bestände nach bisherigen Modellvorstellungen wäre dann unwahrscheinlich.


Ausführliche Projektbeschreibung (Englisch) PDF


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